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HPA: Hybridity, Personhood, Agency

Ethical Foundations of Neurotechnological Closed-Loop Interactions

Die neuroethische Forschung stellt ein wesentliches Kernelement des Aufgabenspektrums von Brainlinks-Braintools dar. Die philosophischen und ethischen Projekte stehen dabei auf drei begrifflichen Säulen: (1) „Hybridity“ (Hybridität) bezeichnet die Verschmelzung von natürlichen und technologischen Substraten. Durch den Verbund lebender Materie mit Neurotechnologie verschwimmt die Grenze zwischen Leben, Natur und Biotechnologie. Von angrenzenden Feldern aus der Biotechnologie wissen wir, dass damit im Zusammenhang stehende ontologische Bedenken die Akzeptanz neuer Technologien beeinflussen. Bei (2) „Personhood“ (Menschsein, Persönlichkeit) handelt es sich um einen Schlüsselbegriff in der Medizinethik, der für den bidirektionalen Austausch zwischen technologischen Geräten und dem menschlichen Gehirn sowie daraus resultierenden Folgen von “eingeschriebenen” Informationen relevant ist. Wir möchten an dieser Stelle explizit auf die Überschneidung der psychologischen, biologischen, narrativen und sozialen Dimensionen in den aktuellen Theorien hinweisen, die für die Identifikation der spezifischen normativen Aspekte bei der Nutzung von Tiefenhirnstimulation (THS) relevant sind. (3) Agency (Handlungsfähigkeit) wird als Kernbegriff zur Beschreibung wesentlicher Charakteristika bei der Anwendung technischer Interventionen für Mensch-Maschine-Interaktionen genutzt. Von besonderem Interesse sind dabei sogenannte „Shared-Autonomy“-Szenarien, bei denen die Kontrolle über eine Aufgabe zwischen einem Nutzer bzw. Patienten und einem intelligenten, neurotechnologischen Roboter aufgeteilt und somit gemeinsam ausgeübt wird. Für die philosophische Analyse dieses Zusammenspiels bauen wir auf einem neuartigen Framework auf, das wir im Zuge der bisherigen Finanzierungsperiode als eine bedeutende Errungenschaft entwickelt haben. Abseits anderer Schwerpunkte legt dieses Framework sein Hauptaugenmerk auf grundlegende neurowissenschaftliche Konzeptionen (bspw. „Bottom-Up“-Mechanismen), die es uns im Gegensatz zu älteren Modellen erlauben, eine weitaus präzisere Kategorisierung intentionaler Abläufe zu erstellen. Wir sind der Überzeugung, dass unser Framework durch den Fokus auf Mechanismen und Prozesse intentionaler Abläufe eine wertvolle Ergänzung für die Entwicklung von High-Level-Technologien darstellen wird, die der Dekodierung von Intentionen dienen. Durch diese weitreichende Erklärungskraft wird unser Framework nicht nur für die wissenschaftliche Community der neurowissenschaftlichen Forschung im allgemeinen, sondern auch für unsere Partner bei Brainlinks-Braintools (u.a. NeuroBots, Brain-Tune-Linc) eine wertvolle Ressource darstellen.

 

Doktoranden: Boris Eßmann M.A., Andreas Schönau M.A.

 

PIs: Prof. Dr. Oliver Müller, PD Dr. Tonio Ball, in cooperation with Prof. Dr. Volker Coenen, Prof. Dr. Bernhard Nebel, Prof. Dr. Andreas Schulze-Bonhage, Prof. Dr. Cornelius Weiller

 

Kooperationspartner in der philosophischen Fakultät: Prof. Dr. Lore Hühn

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